ERWEITERUNG Grundschule Schmedenstedt
Mit dem Erweiterungsneubau der Grundschule Schmedenstedt entsteht im historischen Dorfkern ein zusammengeführter Standort für die bisher getrennten Schulorte von Schmedenstedt und Woltorf. Der Ausbau der »Schule unterm Regenbogen« als zweizügige inklusive Ganztagsschule schafft einen zentralen Ort des Lernens, der Identifikation und der Dorfgemeinschaft.
- Projekt
- Sanierung und Erweiterung der Grundschule Schmedenstedt
- Bauherr:in
- Stadt Peine
- Leistung
- 1-9 HOAI
- Fläche
- 3.600 m² BGF
- Lage
- Smiedestidde in Schmedenstedt
- Visualisierung
- abj Architekt:innen
- Besonderheiten
- 1. Platz VgV-Verfahren
Die Schule liegt in der Smiedestidde im Zentrum von Schmedenstedt, eingebettet in einen historischen Dorfkern mit kleinteiliger Struktur. Auf dem Gelände treffen verschiedene Zeitschichten aufeinander: Das historische Hauptgebäude von 1911, der Anbau der Mehrzweckhalle aus den 1970er Jahren sowie die ehemaligen Sparkassenflächen bilden das Ausgangsbild für das neue Ensemble. Der Entwurf reagiert behutsam auf den kleinteiligen Maßstab der bestehenden Strukturen und integriert sich mit einer gläsernen Fuge in die gewachsene Struktur. Die Glasfuge markiert den neuen Haupteingang der Schule und bildet die zentrale Verbindung von Bestand und Neubau.
Die offene Fuge als Herzstück markiert nicht nur den Eingang, sondern schafft einen lebendigen Begegnungsraum zwischen Alt und Neu.
Die Schule gliedert sich klar in die unterschiedlichen Funktionsbereiche: die bestehende Mehrzweckhalle, das Bestandsgebäude mit der Verwaltung und Bücherei sowie der Neubau mit dem multifunktionalen Foyer und den offenen Lernwelten. Das räumliche Zentrum bildet das lichtdurchflutete Foyer, das als verbindendes Gelenk zwischen Alt und Neu, Dorf und Schule, Verwaltung und Pädagogik, Ankommen und Aufenthalt funktioniert. Es schafft Übersicht, Orientierung und ist zugleich Versammlungsort, Ausstellungsfläche und Treffpunkt für Kinder, Lehrkräfte und Gäste.
In den beiden oberen Geschossen des Neubaus entstehen Lernwelten für die Jahrgänge 1 bis 4, deren Herzstück jeweils eine offen gestaltete Lernmitte ist, ein zentraler kreativer Ort, der Raum für Begegnung, Bewegung und Rückzug bietet. Durch offene, flexibel nutzbare Räume und gut zonierte Bereiche unterstützen die Jahrgangscluster modernes, individualisiertes Lernen, erleichtern das soziale Miteinander und schaffen überschaubare Strukturen für die Schüler:innen. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die Transformation der bisherigen Raumstrukturen zu einem zukunftsorientierten Grundschulkonzept – samt kurzen Wegen, klaren Sichtbeziehungen und freundlicher Atmosphäre.
Der Außenraum wird zum verbindenden Element zwischen den Gebäuden und zum erweiterten Bewegungsraum auf mehreren Ebenen. Unterschiedliche Zonen fördern Bewegung, Kreativität und Gemeinschaft. Im Bereich der aktiven Pause befindet sich ein multifunktionaler Hof mit Basketballkörben, Kletter- und Wasserspielbereichen. Eine Sitzstufenanlage führt auf die Dachfläche des eingeschossigen Anbaus, der ebenfalls zu Bewegung und Aufenthalt einlädt. Im Bereich der kreativen Pause entstehen grüne Klassenzimmer, ein Schulgarten und eine großzügige Werkterrasse.
Statt mit einem kompletten Neubau von vorne zu beginnen, zielt der Entwurf auf ein Weiterbauen im Kontext. Die bestehenden Strukturen – darunter das ortsbildprägende Schulgebäude mit Mansarddach – bleiben zum großen Teil erhalten und werden durch neue Baukörper ergänzt. Die bewusste Einbindung vorhandener Qualitäten stärkt die Identität des Ortes und macht aus dem Schulgebäude einen integralen Bestandteil der Dorfgemeinschaft.